ALV-ZEITTAFEL – das Wichtigste


1990

  • Anfang 1990 steigt in der DDR die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit,  Arbeitslose und Betroffene suchen Beratung und Hilfe. Im Osten Deutschlands sind Ende Juli 1990 über 270.000 Menschen arbeitslos und 650.000 in Kurzarbeit. In Städten und Orten bilden sich ehrenamtliche Initiativen zur Beratung und Unterstützung von Arbeitslosen. 
  • 31. März 1990, der Arbeitslosenverband der DDR gründet sich in Berlin unter der Losung: "Arbeitslose helfen Arbeitslosen", Teilnehmer sind 80 Initiativen aus allen DDR-Bezirken. Vorsitzender wird Dr. Klaus Grehn. Mitbegründer aus unserer Region sind Paul Plafke und Herbert Fritz aus Schwerin, Irmgard Wolf aus Neubrandenburg, Bertold König aus Wismar und Rosemarie Witte aus Rostock.
  • Juli 1990, auf Initiative des Arbeitslosenverbandes wird der "Runde Tisch Arbeitslosigkeit" gegründet. Ihm gehören über 50 Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Organisationen und Initiativen an. Dieses Gremium erarbeitet Erklärungen für ein Wirtschaftskonzept gegen Arbeitslosigkeit, für soziale Sicherheit und Rechtssicherheit bei Arbeitslosigkeit.
  • 3. Oktober Wiedervereinigung DeutschlandsEnde der DDR (am 7. Oktober 1949 gegründet)
  • 6. Oktober, der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. des Arbeitslosenverband gründet sich in Rostock, als Vorsitzender wird Dr. Gerd-Erich Neumann, als Stellvertreterin wird Irmgard Wolf gewählt.
  • 8. Oktober, Eröffnung des ersten Arbeitslosenzentrums in Stralsund mit Hilfe der Bewilligung von 3 ABM-Stellen durch Herrn Fred Steidinger, Leiter des Arbeitsamtes Stralsund

Ende 1990 beginnt in den Kreisen der weitere Aufbau von Arbeitslosen-zentren und Arbeitslosentreffs. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 90tausend Arbeitslose und 200tausend Kurzarbeiter.

 

1991

  • 16. Januar, erste Zusammenkunft mit dem Sozialminister des Landes Dr. Klaus Gollert über die Notwendigkeit einer sozialen Beratungsstruktur für Erwerbslose.
  • 27./28. September, erste Bildungsmesse der Hansestadt Stralsund durch den Arbeitslosenverband und das Arbeitsamt Stralsund.
  • 11. Oktober, Abschluss eines Kooperationsvertrages mit der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen.
  • 24. Oktober, der 2. Landesverbandstag in Schwerin beschließt Grundrichtungen der Tätigkeit der Strukturgruppen des Landesverbandes. Mit der Ehrenmitgliedschaft werden Dr. Klaus Gollert, Sozialminister; Fred Steidinger, Arbeitsamtsdirektor Stralsund; und Herr Schmidt, Landrat des Kreises Grevesmühlen, ausgezeichnet.

Weitere 8 Arbeitslosenzentren und 22 Arbeitslosentreffs nehmen ihre Beratungstätigkeit auf. Es erfolgt auch über ABM der Aufbau von Sammelbörsen, Nähstuben, Arbeitslosencafés und Mittagsversorgung für Bedürftige. Ende 1991 sind im Land über 132tausend Arbeitslose registriert, das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 13,6 Prozent.

 

1992

  • 7. Januar, Landesarmutskonferenz "Leben ohne Arbeit mit 55 Jahren"
  • 21./22. Januar, Gespräche mit beiden evangelischen Landeskirchen über eine Zusammenarbeit.
  • 28. Januar, Abschluss eines Vertrages über Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zwischen der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft, dem Deutschen Mieterbund, der Verbraucherzentrale und dem ALV.
  • 4. Februar, erste gemeinsame Beratung des Landesvorstandes mit dem Landesvorsitzenden des DGB, Kollegen Peter Deutschland zur Sicherung eines regelmäßigen Informationsaustausches und einer regelmäßigen Unterstützung.
  • 14. Februar, Gründung des Bildungswerkes "Für die Zukunft lernen" des Landesverbandes in Stralsund, Vorsitzender wird Prof. Dr. Harri Wiederhöft.
  • 14. März, Aufnahme des Landesverbandes in den Paritätischen Wohlfahrtsverband
  • 17. Juni, Teilnahme an der Demonstration gegen den Sozialabbau in Bonn.
  • Juli/August, 1. Sommerkinderferienlager des ALV in Retgendorf für 180 Kinder von erwerbslosen Eltern.
  • 1. September, Eröffnung der ersten Schuldnerberatungsstelle des ALV in Schwerin mit 4 ABM-Stellen für Bärbel Fritz, Volkmar Böhme, Karl Peters und Bernd Wagner.
  • 7. bis 18. September, Schulung von 40 polnischen Gewerkschaftern  zur Arbeit mit Arbeitslosen in unseren Arbeitslosenzentren.

Der Landesverband untergliedert sich in 30 Kreisverbänden, in denen über 1.100 Mitglieder registriert sind. In unseren Projekten sind 950 Frauen und Männer über ABM tätig. Die Arbeitslosenquote in Mecklen-burg-Vorpommern steigt auf 16,9 Prozent, insgesamt sind 163.500 Menschen arbeitslos.

 

1993

  • 27. Januar, Eintragung des Landesverbandes in das Vereinsregister Stralsund  unter der Nummer VR 250
  • 1. März, Proteste gegen die ABM-Kürzungen vor Arbeitsämtern, Sozialämtern und Rathäusern. In drei Tagen werden 15tausend Unterschriften gesammelt.
  • 4. August, Aufnahme in die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. Unser Landesverband ist Träger von 24 Schuldnerberatungsstellen mit insgesamt 57 Berate-rinnen.
  • 29. Oktober, erstmals wird gesamtdeutsch der "Tag der Erwerbslosen" unter der Losung "Kein Sparen bei den Armen  Streichen bei den Reichen" begangen. Im Land finden 126 Veranstaltungen statt, unsere Mitglieder sammeln über 16.000 Pfennige für Herrn Weigel. Diese wurden am 25. November in Bonn als "Spargroschen" der Erwerbslosen übergeben.

Der Landesverband mit seinen über 1300 Mitgliedern ist Arbeitgeber für 840 Frauen und Männer, davon 750 in ABM und 70 nach § 249 AFG. Erstmals erfolgt vom Sozialministerium die Förderung von 9 Stammkräften.

 

1994

  • 10. Mai,  Beratung mit Vertretern der Vorstände der Parteien im Wahljahr über ihre Vorstellungen für eine aktive Beschäftigungs-politik im Land.
  • 4. - 7. August, beim Treffen der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialhilfeinitiativen wird Holger Wegner (Ludwigslust) zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
  • 28. Oktober, am "Tag der Erwerbslosen" gab es 129 Veranstaltungen mit insgesamt 6.700 TeilnehmerInnen. Kinder fertigen 1500 Zeichnungen unter dem Thema "Welche Arbeit wünsche ich mir für meine Mutti und meinen Vati? an. Diese werden am 22. Dezember an den Landagspräsidenten, Herrn R. Prachtl übergeben.
  • 25./26. November, auf der Klausur des Landesvorstandes mit den Kreisvorsitzenden erfolgt die Orientierung für die Ausprägung ihres selbstständigen Handelns mit eigenen Satzungen und der Beginn von e.V.-Gründungen.

Es erfolgt die Bildung von 18 Kreisorganisationen entsprechend der Kreis-gebietsreform, in denen über 1580 Mitglieder organisiert sind. Der Kreis-verband Nordvorpommern gründet sich als eingetragener Verein. Diese Gründung als e.V. erfolgte vorschnell und ohne eindeutige Trennung der Verantwortlichkeiten im Personalbereich zwischen Landesvorstand und Kreisvorstand. Durch Missmanagement in der Personal- und Finanzführung erfolgte 1997 gegenüber dem Kreisverband Nordvorpommern e.V. die Gesamtvollstreckung. In die Kommunalparlamente werden 37 Mitglieder gewählt, vier Frauen werden ehrenamtliche Bürgermeisterinnen. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des ALV bildet die Ausgestaltung der Jugend-sozialarbeit mit seinen 52 Projekten, insbesondere Jugendclubs und Arbeitsgemeinschaften, Arbeit und Lernen sowie betreutes Jugendwohnen und Kinderferienaktionen. Im Zusammenwirken mit dem Deutschen Mieterbund nehmen 9 Projekte zur Verhinderung von Obdachlosigkeit ihre Tätigkeit auf.

 

1995

  • 31. März, Bürgermeisterinnen mit SPD-, CDU- und PDS-Mandat sowie über 30 Abgeordnete und sachkundige Bürgerrinnen und Bürger legen als ALV-Mitglieder im Arbeitslosenzentrum Schwerin ihre Erfahrungen unter dem Thema: "soziale Aufgaben in der Kommune aus der Sicht der Erwerbslosen" dar.
  • 4. Oktober, aus Anlass des 5. Jahrestages des Landesverbandes erfolgt auf einer Landespressekonferenz in Schwerin eine Bilanz der bisherigen sozialen Tätigkeit. Das bedeutet insgesamt 300tausend individuelle Beratungen von Erwerbslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen. 150tausend materielle Hilfeleistungen für sozial Bedürftige sowie über 15tausend öffentliche Veranstaltungen mit 235tausend Menschen.
  • 4. November, es nehmen 300 Frauen und Männer aus Mecklenburg-Vorpommern  an der Demonstration "Aufstehen gegen Sozialleistungskürzungen" in Bonn teil.
  • 25. November, der 4. Landesverbandstag in Stralsund stellt die erneute Forderung für ein öffentlich gefördertes Beschäftigungsprogramm zum wirksamen Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit.

Im Landesverband sind 168 Selbsthilfegruppen, davon 120 ÜSA-Clubs zur Organisation einer sinnvollen Freizeitgestaltung, gegen die wachsende Isola-tion und gesellschaftliche Ausgrenzung tätig. Das Bildungswerk organisiert 5 Kurse mit jeweils 230 Stunden für eine zertifizierte Weiterbildung von 150 Beraterinnen. Im Land sind 35 Prozent aller Erwerbsfähigen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, insgesamt fehlen 300tausend Arbeitsplätze in MV.

 

1996

  • 15. Juni, Teilnahme an der DGB-Demonstration in Bonn mit eigener Kundgebung der Erwerbslosen unter dem Thema: "Schluss dem Sozialkahlschlag".
  • 29. Oktober, Konstituierung der Landesarmutskonferenz mit 17 Organisationen und Vereinen in Rostock. Barbara Borchardt wird zur stellv. Sprecherin gewählt.
  • 30. Oktober, Tag der Erwerbslosen mit 69 Veranstaltungen und ca. 3000 Teilnehmern.
  • 7. Dezember, in Waren erfolgt die 2. Tagung des 4. Landesverbandstages zur Aufgabenberatung für 1997 und über die ersten Erfahrungen der Tätigkeit von kreislichen Sozialbündnissen in Neubrandenburg, Rostock, Schwerin und Demmin.

Die Tätigkeit des Landesverbandes mit seinen Strukturen erfolgt erstmals unter der Losung: "Weil wir gebraucht werden!"

Die  durchschnittliche Arbeitslosenquote steigt auf 18 Prozent  (1995  16,3 Prozent). Unsere Beratungsstellen führen über 99.400 individuelle Bera-tungen durch, eine Steigerung zum Vorjahr um 35 Prozent, insbesondere  auch durch die wachsende Zahl der Langzeitarbeitslosen mit Beratungs-bedarf. In den Projekten "Arbeit und Lernen" in Stralsund, Greifswald und Grimmen finden Jugendliche Zugang für eine berufliche Perspektive. In Neubrandenburg wird das  gemeinwohlorientierte Modellprojekt "Beschäftigungsinitiative Erlebnispark" mit 70 Beschäftigten tätig. Das Schulungs- und Erholungszentrum Barkow wird als Kinderferienlager des ALV eröffnet. Die Kreisverbände Rostock, Parchim, Uecker-Randow und Stralsund gründen sich als e.V.

 

1997

  • 11. Februar, Unterzeichnung der Vereinbarung zur Zusammenarbeit des Landesverbandes und der Deutschen Angestellten-Gewerk-schaft für die gemeinschaftliche Beratung und Betreuung arbeitsloser Mitglieder. 
  • 31. Mai, Start der Fahrradtour in Demmin durch den Norden nach Amsterdam zur Euro-Marsch-Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung. Klaus Ampler gibt den Start frei und bestreitet mit 50 TeilnehmerInnen die erste Etappe nach Rostock. Pastor Jens Langer von der St. Marien-Kirche Rostock erteilt den Reisesegen unter dem Motto "Was die Stunde schlägt: es reicht!" Die Fahrradtour nach Amsterdam bewältigen 8 Fahrer: Jörg Böhm, Demmin; Fritz Rieck, Wismar; Peter Auert, Warin; Gerd Beckendorf, Greifswald; Hartmut Salecker, Roggendorf; Bernd Klose, Wismar; Jörg Schmittke, Warkenstedt; Udo Trotzke, Dresden).
  • 6. September, der 5. Landesverbandstag in Neubrandenburg beschließt die Grundrichtungen für die nächsten Jahre.
  • 30. Oktober, die Landesarmutskonferenz tagt in Pasewalk zum Thema: Armut durch Überschuldung. Durch die Aktionsbündnisse finden über 100 Veranstaltungen zum Tag der Erwerbslosen statt.
  • 14. November, unser Bildungswerk erhält vom Sozialmi-nisterium den Bescheid als eine staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung.

Die Arbeitslosenquote im Land steigt erstmals auf 20,4 Prozent, das sind 170.000 registrierte Arbeitslose, fast ein Drittel sind langzeitarbeitslos.

Die sogenannte Reform des Arbeitsförderungsgesetzes ist Nährboden für prekäre  Beschäftigungsverhältnisse, der Weg in Armut trotz Arbeit wird breiter. In 18 Kreisverbänden sind 1300 Mitglieder aktiv, die  Kreis-verbände Demmin und Müritz werden eingetragene Vereine. Der Landesverband ist Arbeitgeber für 740 Beschäftigte in fast 200 Sozialprojekten.

 

1998

  • 5. Februar, Beginn der monatlichen Erwerbslosendemonstrationen gemeinsam mit dem DGB vor dem Arbeitsamt Schwerin als Landesauftakt.  Das  Arbeitsamt wird über Nacht durch Arbeitslose besetzt. Monat für Monat kommen zwischen 600 und 4.500 Menschen zu den "Jagoda-Tagen" in 12 Städten zusammen.
  • 6. Juli, Erika Olias aus Rostock erhält das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande.
  • 30. Oktober,  Tagung des 1. Erwerbslosenparla-mentes  des Landes im Schweriner Schloss mit 250 Betroffenen und Vertretern von sozialen Vereinen, Organisationen und Gewerkschaften als Beginn des Aufbaus eines Netzwerkes zur Gewährleistung einer außerparlamentarischen Interessenvertretung der Erwerbslosen. Der Erwerbslosenbeirat erkämpft sich Sitz und Stimme im Landesbündnis für Arbeit.

In 17 Kreisverbänden und 4 Ortsvereinen sind 1100 Mitglieder organisiert.

Der Landesverband ist aktives Mitglied in der AG Nord der Arbeitslosen-initiativen von Schleswig-Holstein, Hamburg und MV. Unsere 18 Schuldnerberatungsstellen erhalten durch das Sozialministerium die vorläufige Anerkennung als geeignete Stelle im Sinne der Insolvenzordnung, ca. 10 Prozent der Haushalte im Land sind überschuldet. Unsere 76 sozialen Projekte (Nähstuben, Kleiderkammern, Möbelbörsen, Suppenküchen, Selbsthilfestationen) erbringen für 120.000 Menschen materielle Hilfeleistungen, weitere Beschäftigungsprojekte werden in der Umweltsanierung, Dorfverschönerung und Forstwirtschaft tätig.

 

1999

  • 29. Mai, der Landesverband beteiligt sich mit 40 Mitgliedern an  der Kundgebung Euromarsch in Köln und am Europäischen Parlament der Erwerbslosen.
  • 18. September, in Stralsund findet der 6.  Landesver-bandstag statt. Er stellt erneut die Notwendigkeit dar, die Sozialarbeit mit und für Erwerbslose gesetzlich und förderrechtlich anzuerkennen und zu finanzieren.
  • 29. Oktober,  Tagung des 2. Erwerbslosenparlamentes zum Stand der Umsetzung einer öffentlich geförderten Beschäftigung und zur Wertung der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen im Land. Eine Forderung ist, dass jede Erhöhung des Kindergeldes durch eine Erhöhung des Regelsatzes auch den Kindern von Sozialhilfeem-pfängern zugute kommen muss.
  • 4. November, Teilnahme an der Aktion der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen vor dem Reichstag: "Sparpaket an Rot-Grün zurück  Annahme verweigert."

     

  • 5. Dezember, erstmalige Auszeichnung mit "Ehrenurkunden für ehrenamtliche Arbeit" durch den Ministerpräsidenten des Landes.  Dr. Gerd-Erich Neumann erhält diese Ehrenurkunde.

Die Arbeitslosenquote liegt bei 19,4 Prozent, bei ABM und SAM-Förderungen wird ein Höchststand von 51tausend Beschäftigten erreicht.

 

2000

  • 14. Januar, zweite Beratung mit kommunalen Vertreterinnen des Landesverbandes für eine aktive Einflussnahme zur Regionalisierung der Arbeitsmarktpolitik
  • 1. Mai, Eröffnung des Modellparks "Mecklenburgische Seenplatte" in Neubrandenburg als kulturhistorische Einrichtung mit 65 Modellen und 1,4 Hektar Fläche.
  • 26. Mai, Eröffnung des Kinder- und Jugendverkehrsgartens in Schwerin am Haus der Begegnung. Im engen Zusammenwirken mit der Verkehrswacht erfolgt die organisierte Verkehrserziehung der Kinder.
  • 23. September, Teilnahme an der Demonstration in Berlin gegen die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der Regierung.
  • 6. Oktober, Veranstaltung zum 10. Jahrestag unseres Landes-verbandes in Rostock unter Teilnahme des Arbeitsministers, Vertreter der Gewerkschaften, des Paritätischen, des Landesarbeitsamtes Nord sowie der deutschen und der europäischen Erwerbslosenbewegung. Mit der Ehrenplakettte des ALV wurden ausgezeichnet: Gerda Stricker, Klaus Gollert, Peter Deut-schland, Georg Fiedler, Peter Näther, Angela Klein, Angela Klein, Angelika Bayer, Uwe Kontelhard, Hans-Günter Werner, Erika Bien, Cornelia Töpfer, Martina Bergemann, Elke Burmeister, Barbara Weihert.
  • 3. November,  3. Erwerbslosenparlament des Landes in der AOK Schwerin mit Forderungen und Möglichkeiten zur Ausgestaltung einer aktiven Landesarbeitspolitik und gegen die geplante Bundeskürzung  von Arbeitsmarktmaßnahmen. Die Gestaltung des Parlaments wird erstmalig finanziell unterstützt vom Arbeits- und Sozialministerium.

In den 17 Kreisverbänden und 5 Ortsvereinen sind 1190 Mitglieder organi-siert. In den Projekten sind durchschnittlich 1000 Frauen und Männer tätig, darunter 800 in  ABM und 140 in SAM-Maßnahmen.

Der Landesverband beschließt eine Jugendordnung zur soliden weiteren Tätigkeit der freien Jugendarbeit.

 

2001

  • 6. Februar, landesweite Demonstration von 600 Teilnehmern aus Arbeitsloseninitiativen, sozialen Vereinen und Organisationen vor der Staatskanzlei Schwerin gegen ABM-Abbau und für den Erhalt der sozialen Infrastruktur. An den Ministerpräsidenten und die Landesabgeordneten wird ein offener Brief übergeben.
  • 7. Juni, Demonstration von 800 Erwerbslosen des Landes vor der Schweriner Staatskanzlei unter der Losung "Fördern statt verurteilen". Ein Grund ist die politisch entfachte Faulenzerdebatte. Minister Holter stellt sich als einziger Vertreter der Landesregierung den Demonstranten.
  • 6. Oktober, 7. Landesverbandstag in Bad Doberan. Erstmals legt der ALV seine beeindruckende Bilanz über die soziale und materielle Wertschöpfung als  Non-Profit-Organisation vor. Als langjähriger Landesvorsitzender wird Dr. Gerd-Erich Neumann würdig mit der Auszeichnung als Ehrenmitglied des ALV  verabschiedet. Christian Köpcke wird als Landesvorsitzender gewählt. Heidelore Schulz und Dieter Schulz als Stellvertreter.
  • 29. Oktober, das 4. Erwerbslosenparlament des Landes mit 200 Teilnehmern verabschiedet das Dokument "Was die Erwerbslosen wollen" mit Vorstellungen des operationellen Programms der Landes-regierung.

Die Arbeitslosenquote im Land erhöht sich jahresdurchschnittlich auf 19,6 Prozent, die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt um 9 auf 32 Prozent. Ein rigoroser ABM-Abbau von 11.600 Stellen verschärft die Lage der Langzeitarbeitslosen. Durch die Bundesrepublik erfolgen weitere Schritte zur Abschaffung der Arbeitslosenhilfe und zu Kürzungen der Bezugs-dauer beim Arbeitslosengeld. Unser Landesverband mit seinen 1164 Mitgliedern ist aktiver Mitgestalter bei den Protestaktionen gegen den Sozialabbau. In der Sozialarbeit entstehen neue Projekte zur Migranten- und Spätaussiedlerbetreuung.

 

2002

  • 1-3. März, Konferenz von Erwerbslosenorganisationen in Dresden unter dem Titel "Strategien gegen Armut und Ausgrenzung in Deutschland".
  • 7. Juni, kreisliche Aktionen unter dem Titel "Hände weg von der Arbeitslosenhilfe".
  • 24. August, Stellungnahme des Landesverbandes zum Hartz-Papier mit der Hauptkritik ohne wirksame Instrumente zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit.
  • 14. September, Demonstration in Köln in Vorbereitung der Bundestagswahl für eine andere Politik.
  • 25. Oktober, Auszeichnung des Erwerbslosenbeirates des Landes als Netzwerk von Initiativen gegen Massen-arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Ausgrenzung  mit dem Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarit in Bielefeld.
  • 30. Oktober, Tagung des 5. Erwerbslosenparlaments zum Thema: "Hände weg von der Arbeitslosenhilfe!" mit der Verabschiedung einer Willenserklärung für ein Beschäftigungsprogramm und eine aktive Arbeitsmarktpolitik.
  • 3. Dezember, Offener Brief des Landesverbandes an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und an die Bundestagsabgeordneten unseres Landes zwecks Bereitschaft zur Mitgestaltung am "Gesetz für moderne  Dienstleistungen am Arbeitsmarkt".
  • Am 19.Dezember 2002 stimmte der Bundestag (Bundeskanzler: Schröder, Regierungsparteien: SPD/Grüne) mit überwältigender Mehrheit für das Gesetzespaket Hartz I.
  • Die Kommission «Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt» legte Vorschläge für vier Gesetze vor, die umgangssprachlich mit
    Hartz I bis IV bezeichnet werden. HARTZ I galt ab 2003 und enthielt  Regelungen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung,
    dafür wurden Bildungsgutscheine eingeführt. Kernstück waren die Personalservice-Agenturen (PSA).   

Die Arbeitslosenquote steigt auf 20 Prozent, der Anteil der Langzeitarbeitslosen erhöht  sich auf 34,5 Prozent. Es erfolgt eine weitere Kürzung bei ABM, auch mit Auswirkungen auf unsere Beschäftigungszahl von 860 auf 750.

Unsere Kreisverbände und Ortsvereine organisieren 51 Kinder-ferienaktionen für über 1500 Kinder, durch fehlende ABM-Förderung müssen 5 Jugendfreizeiteinrichtungen im Bereich Neu-brandenburg schließen. Wegen fehlender Mitglieder wird  der Kreisverband Rügen aufgelöst. Die 12 Schuldnerberatungsstellen des ALV erhalten die  Anerkennung als geeignete Stellen entsprechend der Insolvenzverordnung, der Anteil der überschuldeten Haushalte in MV liegt bei über 12 Prozent. Elke Burmeister wird mit dem Verdienstorden am Bande des Verdienstordens der BRD ausgezeichnet.

 

2003

  • 1. Januar, Hartz I und II treten in Kraft, Minijob, Ich- und Wir-AG werden gegründet
  • 15. Februar, Demonstration in Berlin unter dem Aufruf "Nein zum Krieg gegen den Irak".
  • 5. März, politische Aschermittwochsdemonstration von 1000 Teilnehmern gegen Sozialabbau und Massenarbeitslosigkeit in Schwerin unter Aufruf des Erwerbslosenbeirates und des Aktionsbündnisses Schwerin.
  • März, Bundeskanzler Schröder zementiert eine neoliberale Politik gegenüber ArbeitnehmerInnen und Erwerbslose mit der Regierungserklärung "Agenda 2010"
  • 13. Mai, die 1. Sozialpolitische Konferenz des Landes in Schwerin unter Leitung des Erwerbslosenbeirates zum Thema "Arbeitsplätze schaffen  nicht Leistungen kürzen" mit einem Appel an die Abgeordneten des Bundestages. 
  • 27. September, 8. Landesverbandstag in Neubranden-burg mit der Annahme der Grundrichtungen der Tätigkeit bis 2005 und der Auseinandersetzung zu den Leistungskürzungen, insbesondere bei der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes und der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, sowie die Verschärfung der Zumutbarkeitsregelungen zur Arbeitsaufnahme. Wiedergewählt wird Christian Köpcke als  Landesvorsitzender und Heidelore Schulz als Stellvertreter.
  • 30. Oktober, das 6. Erwerbslosenparlament tagt unter Teilnahme der stellv. Bundesvorsitzenden von Ver.di Margret Mönig-Raane zu den Folgen der Hartz-Gesetze und den Möglichkeiten für neue Arbeitsplätze im 3. Sektor.
  • 1. November, Demonstration in gegen den Sozialabbau unter Teilnahme von 1000 Betroffenen und Mitgliedern des ALV aus unserem Land.

Die Arbeitslosenquote im Land erreicht 20,1 Prozent, der Anteil der Lang-zeitarbeitslosen steigt um weitere 10 Prozent auf 43,3 Prozent. ABM und Weiterbildungsmaßnahmen gehen um weitere 30 Prozent zurück. Im Dezember werden Hartz III und IV beschlossen. Durch die Auflösung des Kreisverbandes Nordwestmecklenburg e.V. in 3 Ortsvereine ist der Landesverband in 14 Kreisverbände und 5 Ortsvereine strukturiert.

Unsere Schuldnerberatungsstellen in Rostock und Ostvorpommern müssen vor allem wegen fehlender kommunaler Finanzierung schließen. Durch den starken Rückgang von ABM von 650 auf zeitweilig 200 Stellen kämpft der Landesverband hart um den Erhalt seiner Sozialprojekte und nutzt  die Förderung von SAM mit der Errichtung von insgesamt 250 Stellen. 7 Projekte zur Verhinderung von Obdachlosigkeit helfen im Zusammenwirken mit Schuldnerberatungsstellen über 4300 Betroffene, insbesondere bei der Abwendung von Zwangsräumungen.

 

2004

  • 1. Januar, Hartz  III und IV treten in Kraft, Umbau der Arbeits-ämter in Arbeitsagenturen
  • Montags-Demonstrationen gegen die Einführung von Hartz IV mit tausenden Teilnehmern im gesamten Land; Beteiligung auch von Gewerkschaften, Parteien, die sich später dann aber zurückziehen, die Anzahl und die Beteiligung nehmen schlagartig ab, kleine Initiativen von Betroffenen demonstrieren aber viele Monate montags weiter  

    erfolglos.

  • 20. Februar, Demonstrationen in Rostock, Neubrandenburg, Schwerin und  Stralsund unter der Losung "Gemeinsam gegen Sozialkalschlag"
  • 3. April, Demonstration in Berlin gegen den Sozialabbau mit über 250.000 Menschen, darunter 6.000 Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern.
  • 17. Januar und 26. Juni, die 2. und  3. Tagung des 8. Landesverbandstages zur Fusion mit dem Verein "HanseFrau" e.V. und Unterzeichnung des Verschmelzungs-vertrages.
  • 11. Mai, Gründung der 1. Sozialgenossenschaft "allerhand & fair" in Ludwigslust, unser Landesverband wird Genossenschaftsmitglied
  • August bis Ende September, Beginn und  wöchentliche Führung der Montagsdemonstrationen in 10 Städten des  Landes mit Beteiligung von bis zu 10.000 Menschen.
  • 29. September, Landesarmutskonferenz in Teterow unter dem Thema: "Die Armut wächst    Auswirkungen der AGENDA  2010"
  • 29. Oktober, 7. Erwerbslosenparlament des Landes unter der Überschrift: "Unsere Existenz ist bedroht". Verabschiedet wird der Beschluss "Existenzsichernde Arbeit statt Almosen" und die Erklärung "Breites Bündnis gegen die Ausbreitung des Rechtsextremismus".

Mit dem SGB II wird die Armut per Gesetz verankert. Die Maßnahmen einer aktiven Arbeitsmarktpolitik werden weiter beschnitten. Im Landesverband reduziert sich die Anzahl der ABM-Beschäftigten von 314 auf  131, bei  SAM von 252 auf 115 Personen, Ende 2004 sind 250 Arbeitslosenhilfeempfänger  über sogenannte Arbeitsgelegenheiten tätig.

Mit der Einführung des ALG II wächst der Beratungsbedarf enorm, unsere 37 Arbeitslosenzentren und -treffs leisten über 73.300 individuelle Beratun-gen. Die 6 Integrationsprojekte des ALV, gefördert  über das ASP  Landes-programm, vermitteln 82 Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt. Der Orts-verein Bad Kleinen wird eingetragener Verein.

 

2005

  • 1. Januar, Hartz IV tritt in Kraft, unter dem Grundsatz «Fördern und fordern» wird mit der Einführung des Arbeitslosengeldes II zum 1. Januar 2005 die letzte Stufe der Vorschläge der Hartz-Kommission als Gesetz umgesetzt. 1 Euro-Jobs werden eingeführt für tausende Erwerbslose.
  • 3. Januar,  Mahnwachen vor den Arbeitsagenturen in Schwerin, Rostock, Güstrow, Waren, Pasewalk und Neubrandenburg zur Einforderung der Rechte der Erwerbslosen.
  • 23. Mai, Genossenschaftskonferenz des Erwerbslosenbeirates und des ALV im Haus der Begegnung Schwerin mit der Thematik der Bildung von Genossenschaften für personennahe soziale Dienstleistungen.
  • 9. und 10. Juni, Strategiekonferenz des Verbandsaktivs im Schulungs- und Erholungszentrums des ALV in Barkow zur inhaltlichen Vorbereitung des 9. Landesverbandsverbandstages und zur und zur Erarbeitung eines Positionspapieres gegen Rechts.
  • 8. Oktober, der 9. Landesverbandstag in Schwerin steht insbesondere in Würdigung des 15. Jahrestages unseres Landesverbandes unter der Losung: "Jetzt erst recht  —  weil wir gebraucht werden". Minister Holter, Dr. Klaus Gollert, Vorsitzender des Paritätischen Landesverbandes, Herr Jürgen Seidel, Landesvorsitzen-der der CDU und Herr Hans Kreher, Landesvorsitzender der FDP anerkennen die Leistungen als Interessenvertreter der Erwerbslosen im Land.
  • 28. Oktober, das 8. Erwerbslosenparlament steht unter der Überschrift: "Hartz IV    den Widerstand verstärken". Dr. Rudolf Martens vom Paritätischen Gesamtverband zieht eine kritische Bilanz zu Hartz IV, auch besonders zur wachsenden Kinderarmut. Das Par-lament verabschiedet  eine Erklärung an die Politik für einheitliche und erhöhte Regelleistungen und für die Streichung der Anrechnung des  Kindergeldes auf die Politik für einheitliche und erhöhte Regel-leistungen und für die Streichung der Anrechnung  des Kindergeldes  auf die Leistungen.

Über 250tausend Menschen in unserem Land leben unter den Hartz IV-Bedingungen, ein Viertel aller Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sind von Armut betroffen, in der Landeshauptstadt Schwerin sogar 34 Prozent aller Kinder. Zur Sicherung der unabhängigen Sozialberatung verstärkt sich die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Mitglieder zwecks Gewährleistung des steigenden Beratungsbedarfs zu den ALG-II-Bescheiden mit insgesamt über 91tausend persönlichen Beratungen, einen Anstieg von 20 Prozent  gegenüber 2004. Traditionell organisieren Kreisverbände und Ortsvereine mehrtägige Kinderferienaktionen für über 2800 Kinder aus sozial schwachen Familien, insbesondere durch Einwerbung von Spenden. Unsere 5. Landesspendenaktion erbringt einen Spendenbetrag von  8.283,- Euro. Der Kreisverband Ludwigslust löst sich in die Ortsvereine Hagenow und Ludwigslust auf, der Kreisverband Schwerin wird e.V. Das Bildungswerk "Für die Zukunft lernen" e.V. verlegt seinen Sitz von Schwerin nach Neustrelitz und beginnt mit einem neuen Vorstand unter Leitung von Peter Eulitz einen Neuanfang.

 

2006

  • 6. Februar, Offener Brief des Landesverbandes an die Landtagspräsidentin und die Landtagsfraktionen bezüglich der sichtbaren Tendenz des NPD-Einzuges in den Landtag für ein breites demokratisches Bündnis gegen die Ausbreitung des Rechtsextremismus.
  • 2. März, unter aktiver Teilnahme des ALV erfolgen im Erwerbslosen-beirat die Stellungnahme zur Erarbeitung des 1. Armuts- und Reichtumsberichtes des Landes mit 18 Berichten von Armutslagen von Betroffenen sowie konkrete Vorschläge zur Fortsetzung einer aktiven Arbeitsmarktpolitik. Bis heute wurde kein Armuts- und Reichtums-bericht erstellt.
  • 10. September, Erklärung des Landesverbandes zur Unterstützung des Aufrufes des DGB "Von Arbeit muss man leben können" für einen existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn.
  • 27. Oktober,

Tagung des 9. Erwerbslosenparlamentes unter der Losung: "Genug gefordert  — jetzt endlich fördern!"

  • Sichtbar wird, dass die neue Landesregierung den Bruch gegenüber den positiven Ansätzen einer gemeinschaftlichen Arbeitsmarktpolitik im Land tätigt.

Das Jahr 2006 ist geprägt von der politischen Vorbereitung und dem Ausgang der Landtagswahl am 17. September. Die rechtsextreme NPD ist erstmals im Landtag vertreten. Durch die neue Landesregierung erfolgt der Beginn der Aufteilung des Arbeitsmarktes in einem wirtschaftsnahen und einem sozial notwendigen, zu ihren ersten Maßnahmen zählt die Streichung des Landeszuschusses bei ABM. Jahresdurchschnittlich  erfolgt ein leichter Anstieg bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, die Arbeitslosenquote sinkt von 22 auf 19 Prozent. Fast jeder 5. Beschäftigte ist auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen. In unseren 12 Kreisverbänden und 9 Ortsvereinen sind 1.066 Mitglieder organisiert, ein Viertel von ihnen leistet eine regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit von insgesamt 40tausend Stunden im Jahr. Unsere Einrichtungen und Beratungsangebote werden von über 350tausend Menschen in Anspruch genommen. Die 9 Integrations-projekte vermitteln 115 Frauen und Männer in den 1. Arbeitsmarkt.

 

2007

  • 18. April, Gespräch beim Sozialminister Herrn Sellering, auch zur Notwendigkeit der Erarbeitung eines Armuts- und Reichtumsbericht des Landes.
  • 2. Juni, Teilnahme an der Demonstration in Rostock gegenüber dem    G 8-Gipfel unter der Überschrift "Gleiche Rechte für alle überall — Eine andere Welt ist möglich!".
  • 22. September, 10. Landesverbandstag in Bützow unter Teilnahme des Wirtschaftsministers Herr Jürgen Seidel und der Verabschiedung einer Erklärung: "Kinderarmut bekämpfen — für bedarfsgerechte Einkommen aller Familien".
  • 26. Oktober, das 10. Erwerbslosenparlament tagt unter der Losung: "Tut MV allen gut?". Es bestätigt das Dokument "Position des Erwerbslosenbeirates zur geförderten Beschäftigung für Langzeitarbeitslose ohne Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt. Im Schweriner Dom werden 60 Kerzen für 60.000 von Armut betroffene Kinder im Land entzündet.

Mit Einführung des SGB II erfolgt ein stetiger Anstieg der Hilfebedürftigkeit, jedes 3. Kind lebt unter Armutsbedingungen.  Der Landesverband kritisiert die Hartz IV-Regelsätze in ihrer Höhe als unzureichend und in ihrer Ermittlung als nicht dem Bedarf entsprechend. Auf dem 10. Landesverbandstag erfolgt die Wiederwahl von Christian Köpcke als Vorsitzender sowie von Heidelore Schulz und Jörg Böhm als Stellvertreter. Der Kreisverband Mecklenburg-Strelitz wird eingetragener Verein.

 

2008

  • Strategieberatungen des Landesvorstandes und seiner Geschäftsstelle mit den Kreis- und Ortsvorständen zum Stand und der Entwicklung der  Vereinstätigkeit und Projektarbeit vor Ort.
  • 12. März, Verbandsaktivschulung zum aktuellen Vereins- und Steuerrecht mit unserem Steuerberater Herrn Iff sowie  zur möglichen Nutzung  des Bundesprogramms Kommunalkombi.
  • 30. Juni, Teilhabe am Landestribunal des Erwerbs-losenbeirates im Güstrower Bürgerhaus unter dem Thema: "Hartz IV  —  Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg in die Armut"; der  Vorsitzende des DGB-Nord, Kollege Peter Deutschland gibt eine  Erklärung zum Billiglohnland MV in Bezug eines notwendigen gesetzlich geregelten Mindestlohnes in Deutschland.
  • 7. November, 11. Erwerbslosenparlament unter der Thematik: "Sein und Schein der Beschäftigungspolitik in MV". Erstmals erfolgt eine Podiumsdiskussion zur Arbeitsmarkt- und Armutsentwicklung im Land unter Teilnahme der Sozialministerin Frau Schwesig sowie  Vertretern der Landtagsfraktionen der CDU, FDP, SPD und der Linken.

Die Zahl der Arbeitslosen sinkt statistisch im September erstmals unter 13 Prozent mit 111.000 Arbeitslosen, darunter über 31.000 ALG I-Empfänger. Berechtigte Zweifel gibt es an dieser Statistik, da in über 130.000 sogenannten Bedarfsgemeinschaften schon 180tausend erwerbsfähige Leistungsempfänger leben. Im Land erfolgt ein starker Anstieg  von niedrig bezahlter Arbeit, ein Drittel aller Beschäftigungs-verhältnisse sind als prekär einzuschätzen. In unseren 21 Vereinsstrukturen sind insgesamt 1046 Mitglieder organisiert, davon leistet ein Drittel eine regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit. Insbesondere auch bei der Unterstützung von Tafelprojekten in den Arbeitslosentreffs Lübz und Bad Kleinen, in Röbel und Rechlin als Partner der Warener Tafel der Diakonie, im Kreisverband Uecker-Randow e.V. als Mitglied der Pasewalker Tafel sowie im Arbeitslosenzentrum Rostock als Mitglied der Rostocker Tafel für den Stadtteil Schmarl. Diese Lebensmittelversorgungshilfen durch unsere 12 Ausgabestellen nehmen  wöchentlich über 2000 Menschen in Anspruch.

 

2009

  • 26. Juni, Teilnahme an der 19. Mitgliederversammlung des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern e.V. und Unterstützung der Forderung, das Beratungsnetz im Land stabil zu halten, da diese Stellen häufig der letzte Anker für Menschen sind, die sich in sozialen Notlagen befinden.
  • 26. September, in Pasewalk findet der 11. Landesverbands-tag statt. Der Landesvorsitzende des Paritätischen Dr. Klaus Gollert nimmt Bezug auf den 1. Armutsatlas des Paritätischen, fast jeder vierte Einwohner in MV lebt unterhalb der Armutsschwelle, und fordert eine nachhaltige Verknüpfung der Wirtschafts- und Sozialpolitik mit gezielter Förderung von Regionen.
  • 30. Oktober, im Festsaal des Schweriner Schlosses tagt das 12. Erwerbslosenparlament, wiederun unter bewährter Schirmherrschaft der Landtagspräsidentin Frau Sylvia Bretschneider unter der Losung "Aufstehen und einmischen" — Die Krise hat auch unser Land erreicht." 

Die Umwandlung vieler Voll- in Teilzeitjobs verschlechtert die soziale Lage, in den vergangenen 5 Jahren hat die versicherungspflichtige Teilzeitbeschäf-tigung um fast 40 Prozent zugenommen und betrifft jetzt jede 5.  Arbeitsstelle, bei Frauen sogar jede 3. Arbeitsstelle. Einhergehend erfolgt der Auslauf von ABM und SAM sowie die Förderung von gemeinwohlorientierten Arbeitsförderungsprojekten im Land als arbeitsmarktpolitische Instrumente  für längerfristige sozialversiche-rungspflichtige Beschäftigung. Für unseren Landesverbandstag spürbar wird die wachsende soziale Konkurenz auf die noch verbleibenden Landes-förderungen, erfolgte z.B. noch 2008 die Förderung von 10 Integrationsprojekten des ALV, waren es 2009 nur noch 3, in Bad Kleinen, Pasewalk und Neubrandenburg. 

Auf unserem 11. Landesverbandstag verabschieden die 49 Delegierten einstimmig die Erklärung für ein kinder- und familienfreundliches Mecklenburg-Vorpommern und fordern das Landesparlament und die Landesregierung auf, dass Europäische Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu nutzen, um ein Programm gegen Armut und sozialer Ausgrenzung auf Landesebene zu entwickeln. Auf dem Verbandstag werden Heidelore Schulz als Stellvertreterin und Christian Köpcke als Landesvorsitzender würdig als Ehrenmitglied des ALV (bei Christian auf der Veranstaltung zum 20. Jahrestag des ALV) verabschiedet. Es erfolgt die Neuwahl von Jörg Böhm als Landesvorsitzenden sowie von Bärbel Friedrich und Silvia Piechowski als Stellvertreter. Der Kreisverband Neubrandenburg wird eingetragener Verein.

 

2010

  • Klausurtagung in Barkow
  • 13. Erwerbslosenparlament  — " mehr Teilhabe an Arbeit für alle durch einen sozialen Arbeitsmarkt" 

2011

  • Klausurtagung in Barkow
  • Sept., 10. ALV-Landesverbandstag in Bad Kleinen, Jörg Böhm, KV Schwerin, wird im Amt bestätigt, in den Vorstand gewählt werden: Joachim Wölm, Bad Kleinen; Bärbel Friedrich, Richtenberg; Hannelore Schiewe, Uecker-Randow; Astrid Peters, Bützow; Heiko Hahnel, Lübz; Lydia Schulz, Gadebusch; Christine Loheit, Bützow; Petra Eckert, Schwerin
  • 14. Erwerbslosenparlament " mehr Teilhabe an Arbeit für alle — sozialer Arbeitsmarkt jetzt!" 

2012

  • Klausurtagung in Barkow
  • 15. Erwerbslosenparlament "Den sozialen Arbeitsmarkt —jetzt!" 

 

2013

  • 23./24. Mai, Klausurtagung ein letztes Mal in Barkow
  • 10. Dezember, am Tag der Menschenrechte bundesweite Aktionen vor den Jobcentern im Land, u.a. auch in Schwerin, hier unter Anwesenheit des Landesrabiners Wolf und Inge Hahnemann, der suspendierten Hamburger Jobcenter-Mitarbeiterin
  • 16. Erwerbslosenparlament "Gute und sichere Arbeit Förderung der sozialen Teilhabe und Bekämpfung der Armut!

2014

  • Mai, Klausurtagung in Dargelütz
  • September, 11. ALV-Landesverbandstag in Richtenberg, Jörg Böhm wird im Amt bestätigt, in den Vorstand gewählt werden: Joachim Wölm, Bad Kleinen; Bärbel Friedrich, Richtenberg; Astrid Peters, Bützow; Lydia Schulz, Gadebusch; Christine Loheit, Bützow; Petra Eckert, Schwerin
  • Anhörung des Erwerbslosenbeirates und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) mit mehr als 60 Teilnehmenden "Jede/r wird gebraucht — zur Notwendigkeit und Möglichkeit der Integration langzeitarbeitsloser Männer und Frauen"
  • 17. Erwerbslosenparlament "Langzeitarbeitslosigkeit"
2015
  • Mai, Klausurtagung in Dümmer
  • Oktober, kleine Festveranstaltung in Schwerin anläßlich 25 Jahre ALV
  • 30. Oktober, 18. Erwerbslosenparlament, Schwerin, Rittersaal

2016

  • 9./10. Juni Klausurtagung in Dümmer
  • 28. Mai Eckhard Paulus, Schwerin, verstorben
  • 17. Juni, Dr. Gerd E. Neumann, Stralsund, 1. Landesvorsitzender des ALV,  verstorben
  • 28. Oktober, 19. Erwerbslosenparlament "Endstation Langzeitarbeitslosigkeit? Nicht mit uns!", Aktion gegen Kinderarmut Schwerin, Rittersaal 

 2017

  •  Juni, Klausurtagung in Dümmer
  • 23. September 2017, 12. ALV-Landesverbandstag in Gadebusch, Jörg Böhm wird im Amt bestätigt, in den Vorstand gewählt werden: als stellvertretende Vorsitzende Lydia Schulz, Gadebusch; als stellvertretender Vorsitzender Joachim Wölm, Bad Kleinen; als Schatzmeisterin Astrid Peters, Bützow; weitere Mitglieder: Marianne Günther, Bad Kleinen; Karl-Heinz Figas, Schwerin; Jörg Brudzinski Ludwigslust; Ronald Klinger, Bützow 
  • 3. November 2017,  20. Erwerbslosenparlament "Die Würde des Menschen ist unantastbar – für das Recht auf Arbeit und soziale Teilhabe"